Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Persönliche Haftung: Nach § 721 BGB haften die Gesellschafter einer rechtsfähigen GbR für Gesellschaftsverbindlichkeiten persönlich und gesamtschuldnerisch. Ein Gläubiger kann grundsätzlich jeden Gesellschafter auf die gesamte Forderung in Anspruch nehmen.
- Privatvermögen betroffen: Die Haftung ist nicht auf die Einlage oder das Gesellschaftsvermögen begrenzt. Auch privates Vermögen kann zur Befriedigung von Gesellschaftsschulden herangezogen werden.
- Mitgesellschafter: Geht ein vertretungsberechtigter Gesellschafter wirksam Verpflichtungen für die GbR ein, können dafür grundsätzlich sämtliche Gesellschafter persönlich haften.
- Neue Gesellschafter: Wer einer bestehenden GbR beitritt, haftet nach § 721a BGB grundsätzlich auch für bereits begründete Gesellschaftsverbindlichkeiten.
- Ausscheiden: Nach § 728b BGB kann eine Nachhaftung für bestimmte Altverbindlichkeiten bis zu fünf Jahre bestehen. Die konkreten Voraussetzungen und der Fristbeginn sind zu beachten.
- eGbR: Die Eintragung ins Gesellschaftsregister begrenzt die Haftung nicht. Sie kann jedoch insbesondere beim Nachweis des Ausscheidens und bei registerrechtlichen Vorgängen relevant sein.
- Haftung reduzieren: Individuelle Haftungsvereinbarungen mit Vertragspartnern, geeignete Versicherungen und klare interne Zuständigkeiten können Risiken reduzieren, ohne die gesetzliche Gesellschafterhaftung generell auszuschließen.
- Gründung und Registeranmeldung: Über beglaubigt.de können die Vorbereitung einer GbR beziehungsweise eGbR und die erforderlichen Registerschritte organisiert werden. Die gesetzlich erforderliche notarielle Mitwirkung erfolgt durch eine unabhängige befugte Notarin oder einen unabhängigen befugten Notar.
Gesetzliche Grundlagen: Wie die Haftung in der GbR geregelt ist
Seit dem MoPeG steht die Gesellschafterhaftung ausdrücklich im Gesetz. Vorher hatte die Rechtsprechung sie über Jahrzehnte entwickelt; heute genügt ein Blick in § 721 BGB:
§ 721 BGB – Persönliche Haftung der Gesellschafter
Die Gesellschafter haften für die Verbindlichkeiten der
Gesellschaft als Gesamtschuldner persönlich. Eine entgegenstehende
Vereinbarung ist Dritten gegenüber unwirksam.
Drei Begriffe stecken den Rahmen ab. Persönlich heißt: mit dem gesamten Privatvermögen – Ersparnisse, Auto, im Ernstfall die selbst genutzte Immobilie. Unbeschränkt heißt: ohne Obergrenze; es gibt kein Haftungskapital wie bei der GmbH, hinter dem sich die Gesellschafter zurückziehen könnten. Gesamtschuldnerisch heißt: Der Gläubiger darf sich aussuchen, welchen Gesellschafter er in Anspruch nimmt – und zwar für die volle Forderung. Der zahlende Gesellschafter kann anschließend intern Ausgleich von den anderen verlangen (§ 426 BGB), trägt aber das Risiko, dass diese zahlungsunfähig sind.
Bemerkenswert ist der zweite Satz der Vorschrift: Eine abweichende Vereinbarung wirkt gegenüber Dritten nicht. Die Gesellschafter können also intern regeln, was sie wollen – nach außen haftet trotzdem jeder voll. Auch der früher beliebte Versuch, sich „GbR mbH" zu nennen, ändert daran nichts; eine einseitige Haftungsbeschränkung per Namenszusatz hat der Bundesgerichtshof schon vor Jahren verworfen.
Wer eine GbR gründet, sollte deshalb nicht nur klären, wer welche Aufgaben übernimmt, sondern auch, wie die Gesellschaft nach außen vertreten wird und welche finanziellen Risiken mit der Geschäftstätigkeit verbunden sind. beglaubigt.de unterstützt bei der Vorbereitung und Organisation von GbR-Gründungen und der Eintragung einer eGbR ins Gesellschaftsregister. Dabei können die erforderlichen Gesellschaftsdaten und Unterlagen strukturiert vorbereitet und die notwendigen notariellen Schritte koordiniert werden. Die Registereintragung selbst ändert nichts an der persönlichen Haftung der Gesellschafter.
Beispiel: 30.000 Euro Schulden bei einer GbR mit zwei Gesellschaftern
Anna und Ben gründen gemeinsam eine GbR. Beide sind zu gleichen Teilen beteiligt. Für das Unternehmen schließen sie einen wirksamen Liefervertrag ab, aus dem später eine offene Forderung von 30.000 Euro entsteht. Die GbR kann den Betrag nicht aus ihrem Gesellschaftsvermögen begleichen.
Der Gläubiger muss die Forderung nicht zwingend hälftig auf Anna und Ben verteilen. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung kann er grundsätzlich die gesamten 30.000 Euro von Anna verlangen, auch wenn Ben den Vertrag im Namen der GbR abgeschlossen hat. Anna kann anschließend im Innenverhältnis einen Ausgleich verlangen. Bei einer internen Verteilung von 50 zu 50 wären das grundsätzlich 15.000 Euro, sofern keine abweichenden Regelungen oder besonderen Umstände gelten.
Ist Ben allerdings zahlungsunfähig, kann Anna auf einem erheblichen Teil ihrer Zahlung sitzen bleiben. Genau darin liegt das praktische Risiko der gesamtschuldnerischen Haftung: Die interne Beteiligungsquote begrenzt nicht den Anspruch des Gläubigers gegenüber dem einzelnen Gesellschafter.
Wofür haften Gesellschafter einer GbR?
Einige Haftungsfälle liegen auf der Hand, andere überraschen selbst erfahrene Unternehmer:
- Vertragliche Verbindlichkeiten: Mietzahlungen für Geschäftsräume, Lieferantenrechnungen, Kredite und Leasingraten können von jedem Gesellschafter eingefordert werden, sofern die GbR die entsprechenden Verpflichtungen wirksam eingegangen ist.
- Steuern und Abgaben: Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Lohnsteuer schuldet zwar die Gesellschaft, für Rückstände können die Gesellschafter aber persönlich in Haftung genommen werden. Welche Steuern die GbR betreffen, zeigt unser Beitrag Braucht eine GbR eine eigene Steuernummer?
- Fehler und Pflichtverletzungen: Verursacht die GbR durch eine mangelhafte Leistung oder die Verletzung vertraglicher Pflichten einen Schaden, haften die Gesellschafter dafür auch mit ihrem Privatvermögen.
- Sozialversicherungsbeiträge: Beschäftigt die GbR Mitarbeiter, gehören rückständige Beiträge zu den unangenehmsten Haftungsposten, denn hier verstehen Einzugsstellen und Gerichte wenig Spaß.
- Altverbindlichkeiten bei Eintritt: Wer in eine bestehende GbR eintritt, haftet nach § 721a BGB auch für Verbindlichkeiten, die vor seinem Eintritt begründet wurden – ein Punkt, der bei der Aufnahme neuer Partner regelmäßig übersehen wird.
Haften Gesellschafter auch für Fehler ihrer Mitgesellschafter?
Ja, darin liegt für viele eine der weitreichendsten Folgen dieser Rechtsform. Handelt ein vertretungsberechtigter Gesellschafter im Namen der GbR, wird sein Handeln der Gesellschaft zugerechnet. Für die daraus entstehenden Verbindlichkeiten haften grundsätzlich alle Gesellschafter. Unterschreibt der Mitgründer also einen ungünstigen Vertrag oder verursacht er im Rahmen der Geschäftstätigkeit einen Schaden, zahlen im Zweifel alle. Das Vertrauen unter den Gesellschaftern ist damit keine Floskel, sondern die eigentliche Geschäftsgrundlage der GbR. Intern lässt sich die Geschäftsführungsbefugnis zwar begrenzen, etwa durch Zustimmungspflichten ab einer bestimmten Summe – im Außenverhältnis schützt das aber nur eingeschränkt.
Haftet man auch nach dem Ausscheiden aus der GbR weiter?
Ja, für eine Übergangszeit. Wer aus einer GbR ausscheidet, haftet für die bis dahin begründeten Verbindlichkeiten grundsätzlich noch fünf Jahre weiter – die sogenannte Nachhaftung (§ 728b BGB). Die Frist beginnt, sobald der Gläubiger vom Ausscheiden Kenntnis erlangt hat; bei einer eingetragenen Gesellschaft bürgerlichen Rechts (eGbR) mit der Eintragung des Ausscheidens im Gesellschaftsregister. Das ist einer der unterschätzten Vorteile der Registereintragung: Sie setzt die Nachhaftungsfrist verlässlich in Gang, statt sie von der zufälligen Kenntnis einzelner Gläubiger abhängig zu machen. Was die Eintragung sonst noch ändert, erklärt unser Vergleich GbR oder eGbR: Was ist der Unterschied?

Wie unterscheidet sich die Haftung von anderen Rechtsformen?
Ob die GbR-Haftung ein akzeptables Risiko ist, zeigt sich erst im Vergleich. Die Alternativen im Überblick:
- OHG: Haftungsrechtlich kein Unterschied – auch OHG-Gesellschafter haften persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. Die OHG ist schlicht die kaufmännische Schwester der GbR.
- GmbH: Bei einer GmbH haftet nach § 13 Abs. 2 GmbHG für Gesellschaftsverbindlichkeiten grundsätzlich das Gesellschaftsvermögen. Das gesetzliche Mindeststammkapital beträgt 25.000 Euro; bei einer normalen Bargründung können für die Handelsregisteranmeldung zunächst mindestens 12.500 Euro ausreichen, wenn auch die weiteren gesetzlichen Einzahlungsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Haftungsbeschränkung schützt Gesellschafter allerdings nicht vor sämtlichen persönlichen Risiken. Wer beispielsweise eine private Bürgschaft übernimmt oder als Geschäftsführer gesetzliche Pflichten verletzt, kann unter den jeweiligen Voraussetzungen persönlich haften. Wie sich Stammkapital, Notar- und Registergebühren unterscheiden, erklären wir in „Was kostet eine GmbH-Gründung wirklich?“.
- UG (haftungsbeschränkt): Gleiche Haftungsbeschränkung wie die GmbH, gründbar ab 1 € Stammkapital – die klassische Alternative für Gründer, denen die GbR-Haftung zu heiß und die GmbH zu teuer ist.
- PartG mbB: Für Freiberufler interessant: Die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung schließt die persönliche Haftung für berufliche Fehler aus, verlangt dafür aber eine Berufshaftpflichtversicherung.
- eGbR: Keine Alternative im Haftungssinne – die Eintragung ins Gesellschaftsregister ändert an der persönlichen Haftung nichts, auch wenn der Registerzusatz das manchmal suggeriert.
Die ehrliche Zusammenfassung: Wer die persönliche Haftung wirklich ausschließen will, braucht eine Kapitalgesellschaft. Alles andere sind Instrumente, um das Risiko innerhalb der GbR kleiner und kalkulierbarer zu machen.
Welche Rolle spielen Notare beim Thema Haftung?
Auf den ersten Blick keine – die GbR entsteht ohne Notar, und auch die Haftung nach § 721 BGB gilt kraft Gesetzes. An zwei Stellen führt der Weg aus der Haftungsfalle aber über das Notariat.
Erstens beim Rechtsformwechsel: Wächst die GbR und wird das Haftungsrisiko untragbar, ist der Formwechsel in eine GmbH oder UG der sauberste Ausweg. Seit dem MoPeG kann eine eingetragene GbR (eGbR) direkt nach dem Umwandlungsgesetz die Rechtsform wechseln – der Umwandlungsbeschluss muss notariell beurkundet werden, ebenso die neue Satzung. Voraussetzung ist die vorherige Eintragung im Gesellschaftsregister; den Ablauf beschreibt unser Beitrag eGbR eintragen lassen: Ablauf, Kosten und Notar.
Zweitens bei der Nachhaftung: Wie oben gezeigt, knüpft die Fünfjahresfrist des ausgeschiedenen Gesellschafters bei der eGbR an die Registereintragung des Ausscheidens an. Die dafür nötige Anmeldung muss notariell beglaubigt werden (§ 707b BGB in Verbindung mit § 12 HGB) – ein kleiner Termin mit großer Wirkung für den, der die Gesellschaft verlässt.
Beides lässt sich inzwischen per Videokommunikation erledigen, ohne Gang ins Notariat. Über beglaubigt.de können Sie die Gründung und Registeranmeldung Ihrer GbR direkt online starten.
Wie können Sie das Haftungsrisiko in der GbR begrenzen?
Die persönliche Haftung lässt sich bei einer GbR zwar nicht vollständig ausschließen, aber auf ein vertretbares Maß begrenzen. In der Praxis sind dafür fünf Maßnahmen besonders wichtig:
- Haftungsbegrenzung individuell vereinbaren: Was per Namenszusatz oder AGB nicht geht, geht im Einzelvertrag: Mit Kunden und Auftraggebern kann die Haftung individuell auf bestimmte Summen oder das Gesellschaftsvermögen begrenzt werden. Bei größeren Projekten gehört eine solche Klausel in jedes Angebot.
- Berufs- und Betriebshaftpflicht abschließen: Die Versicherung ist eines der wichtigsten Instrumente zur Absicherung. Sie deckt Schadensfälle ab, die einzelne Gesellschafter finanziell stark belasten oder sogar ruinieren könnten. Im Verhältnis zum abgesicherten Risiko fallen die Kosten meist kaum ins Gewicht.
- Vertretungsbefugnis und Zustimmungspflichten regeln: Ein Gesellschaftsvertrag mit klaren Wertgrenzen kann verhindern, dass ein Gesellschafter die Gesellschaft allein zu riskanten Verpflichtungen bindet. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass Geschäfte bis 5.000 Euro allein abgeschlossen werden dürfen, während darüber hinaus die Zustimmung aller Gesellschafter erforderlich ist.
- Ausscheiden sauber dokumentieren: Wer die GbR verlässt, sollte sein Ausscheiden allen Geschäftspartnern nachweisbar mitteilen, bei einer eGbR zusätzlich die Eintragung im Register veranlassen und sich von den Mitgesellschaftern intern von bestehenden Verbindlichkeiten freistellen lassen. Andernfalls kann die Nachhaftung länger als nötig fortbestehen.
- Rechtzeitig die Rechtsform wechseln: Steigen Umsätze, Mitarbeiterzahl und Vertragsvolumen, wächst auch das persönliche Haftungsrisiko. Spätestens dann sollte ein Wechsel zur GmbH oder UG geprüft werden, nicht als Misstrauensvotum gegenüber der GbR, sondern als logischer nächster Schritt.
Kann ich mein Privatvermögen bei einer GbR vollständig schützen?
Ein vollständiger Ausschluss der gesetzlichen persönlichen Gesellschafterhaftung ist bei einer rechtsfähigen GbR grundsätzlich nicht möglich. § 721 BGB bestimmt ausdrücklich, dass entgegenstehende Vereinbarungen gegenüber Dritten unwirksam sind. Das bedeutet aber nicht, dass Gesellschafter keinerlei Möglichkeiten haben, ihre wirtschaftlichen Risiken zu reduzieren.
Besonders wichtig ist zunächst die Frage, welche Verpflichtungen die Gesellschaft überhaupt eingeht. Eine GbR, die ausschließlich kleinere Beratungsleistungen erbringt, hat ein anderes Risikoprofil als eine Gesellschaft, die langfristige Mietverträge abschließt, hohe Warenbestände finanziert oder größere Bauprojekte übernimmt. Mit steigenden Vertragsvolumina kann das persönliche Haftungsrisiko erheblich wachsen.
Auch die Versicherung sollte zur tatsächlichen Tätigkeit passen. Eine Betriebshaftpflicht kann bestimmte Personen- und Sachschäden absichern. Bei beratenden Berufen kann dagegen eine Vermögensschadenhaftpflicht besonders relevant sein. Entscheidend sind die versicherten Risiken, Deckungssummen und Ausschlüsse. Eine Versicherung schützt nicht automatisch gegen sämtliche offenen Rechnungen, Kreditverbindlichkeiten oder wirtschaftlichen Verluste.
Bei größeren Verträgen können individuell vereinbarte Haftungsbegrenzungen sinnvoll sein, soweit sie rechtlich zulässig und mit dem Vertragspartner wirksam vereinbart werden. Dabei sollte nicht angenommen werden, dass jede vorformulierte Haftungsklausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen wirksam ist. Insbesondere die Grenzen der §§ 307 bis 309 BGB müssen berücksichtigt werden.
Wer dauerhaft höhere wirtschaftliche Risiken trägt, sollte schließlich prüfen, ob die GbR noch zur geplanten Unternehmensentwicklung passt. Eine GmbH oder UG kann das persönliche Haftungsrisiko für künftige Gesellschaftsverbindlichkeiten grundsätzlich anders strukturieren. Bereits bestehende persönliche Verpflichtungen verschwinden durch einen späteren Rechtsformwechsel allerdings nicht automatisch.
Fazit
Die Haftung ist der Kern dessen, was die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) von den Kapitalgesellschaften trennt: Gesellschafter haften persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch – für eigene Geschäfte ebenso wie für die der Mitgesellschafter, beim Eintritt auch für Altverbindlichkeiten und nach dem Ausscheiden noch bis zu fünf Jahre weiter. In diesem Artikel haben wir gezeigt, was das konkret bedeutet: § 721 BGB lässt nach außen keine Hintertür, weder per Namenszusatz noch per interner Absprache.
Ein Panikthema muss die GbR-Haftung trotzdem nicht sein. Mit individuellen Haftungsvereinbarungen, einer soliden Betriebshaftpflicht, klaren Vertretungsregeln und einem sauber dokumentierten Ausscheiden lässt sich das Risiko auf ein kalkulierbares Maß bringen – und wenn das Geschäft dem Rahmen der GbR entwächst, steht mit dem Formwechsel zur GmbH oder UG ein geordneter Ausweg bereit. Wer das weiß, kann die Stärken der GbR nutzen.
Stehen Sie noch ganz am Anfang? Dann lohnt ein Blick auf unsere Seite GbR gründen – dort finden Sie den kompletten Ablauf, und über diesen Link lässt sich die Gründung direkt online anstoßen.
GbR oder eGbR mit beglaubigt.de gründen und anmelden
Du möchtest gemeinsam mit anderen eine GbR gründen oder eine bestehende Gesellschaft ins Gesellschaftsregister eintragen lassen? Über beglaubigt.de kannst du die erforderlichen Gesellschaftsdaten und Unterlagen digital vorbereiten und die weiteren Gründungs- beziehungsweise Registerschritte organisieren.
Bei einer gewöhnlichen GbR ist für die Gründung grundsätzlich kein Notartermin vorgeschrieben. Soll die Gesellschaft dagegen als eGbR ins Gesellschaftsregister eingetragen werden, ist eine Anmeldung in der gesetzlich vorgeschriebenen Form erforderlich. Die notwendige notarielle Beglaubigung erfolgt durch eine unabhängige befugte Notarin oder einen unabhängigen befugten Notar.
Wer wegen steigender Haftungsrisiken stattdessen eine GmbH oder UG gründen möchte, kann auch diesen Prozess über beglaubigt.de vorbereiten. Dabei werden die Gründungsdaten strukturiert erfasst, die erforderlichen Dokumente vorbereitet und der notarielle Vorgang koordiniert.
Wichtig bleibt: Die Eintragung einer GbR als eGbR begrenzt nicht die persönliche Haftung ihrer Gesellschafter. Wer die Haftungsstruktur grundlegend verändern möchte, muss prüfen, ob eine Kapitalgesellschaft die passendere Rechtsform ist.
FAQ: Haftung der GbR-Gesellschafter
Haftet man bei einer GbR mit dem Privatvermögen?
Ja. Nach § 721 BGB haften die Gesellschafter einer rechtsfähigen GbR für Gesellschaftsverbindlichkeiten persönlich und gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass grundsätzlich auch privates Vermögen zur Befriedigung von Gesellschaftsschulden herangezogen werden kann. Die Haftung ist nicht auf die ursprünglich geleistete Einlage begrenzt.
Kann ein Gesellschafter allein für alle Schulden haften?
Ja. Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung kann ein Gläubiger grundsätzlich einen einzelnen Gesellschafter auf die gesamte Forderung in Anspruch nehmen. Der zahlende Gesellschafter kann anschließend einen internen Ausgleich verlangen. Ist der andere Gesellschafter zahlungsunfähig, kann der Ausgleich wirtschaftlich scheitern.
Haftet ein GbR-Gesellschafter für Fehler seines Partners?
Wenn ein vertretungsberechtigter Gesellschafter im Namen der GbR wirksam Verpflichtungen eingeht, können daraus Gesellschaftsverbindlichkeiten entstehen, für die grundsätzlich alle Gesellschafter persönlich haften. Bei Schäden durch Pflichtverletzungen kommt es auf die konkrete rechtliche Zurechnung und die Anspruchsgrundlage an.
Hafte ich für Schulden, die vor meinem Eintritt entstanden sind?
Grundsätzlich ja. § 721a BGB sieht vor, dass neu eintretende Gesellschafter auch für bereits vor ihrem Eintritt begründete Gesellschaftsverbindlichkeiten haften. Deshalb sollten vor einem Eintritt insbesondere bestehende Verträge, offene Rechnungen, Kreditverbindlichkeiten und mögliche Rechtsstreitigkeiten geprüft werden.
Wie lange hafte ich nach dem Ausscheiden aus einer GbR?
Nach § 728b BGB kann eine Nachhaftung für bestimmte Altverbindlichkeiten bis zu fünf Jahre bestehen. Der Fristbeginn hängt insbesondere davon ab, ob die Gesellschaft im Gesellschaftsregister eingetragen ist und wann der jeweilige Gläubiger vom Ausscheiden Kenntnis erlangt. Auch die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
Haftet eine eGbR nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen?
Nein. Die Eintragung einer GbR in das Gesellschaftsregister ändert grundsätzlich nichts an der persönlichen und gesamtschuldnerischen Haftung ihrer Gesellschafter. Die eGbR ist keine Kapitalgesellschaft mit einer GmbH-ähnlichen Haftungsbeschränkung.
Kann man die Haftung im GbR-Vertrag ausschließen?
Eine gesellschaftsvertragliche Vereinbarung, die die gesetzliche Haftung gegenüber Dritten pauschal ausschließt, ist nach § 721 BGB Dritten gegenüber unwirksam. Intern können die Gesellschafter jedoch Ausgleichs- und Freistellungsregelungen vereinbaren. Außerdem sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen individuelle Haftungsbegrenzungen mit bestimmten Vertragspartnern möglich.
Hafte ich als GbR-Gesellschafter für Steuerschulden?
Persönliche Haftungsrisiken können auch bei steuerlichen Verbindlichkeiten der Gesellschaft bestehen. Die konkrete Behandlung hängt von der jeweiligen Steuerart ab. Insbesondere ist zwischen betrieblichen Steuern der Gesellschaft und der persönlichen Einkommensteuer der Gesellschafter zu unterscheiden.
Kann eine GbR in eine GmbH umgewandelt werden?
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann eine eingetragene GbR einen Formwechsel in eine GmbH nach dem Umwandlungsgesetz durchführen. Dafür sind gesellschaftsrechtliche Beschlüsse, notarielle Mitwirkung und Registerverfahren erforderlich. Die persönliche Haftung für Altverbindlichkeiten endet dadurch nicht automatisch.
Ist eine UG sicherer als eine GbR?
Eine UG bietet grundsätzlich die gesellschaftsrechtliche Haftungsbeschränkung einer GmbH. Für Gesellschaftsverbindlichkeiten haftet grundsätzlich das Gesellschaftsvermögen. Persönliche Haftungsrisiken können jedoch beispielsweise durch Bürgschaften oder Pflichtverletzungen entstehen. Die UG benötigt zudem eine ordnungsgemäße notarielle Gründung und Handelsregistereintragung.
Brauche ich für die Gründung einer GbR einen Notar?
Für die gewöhnliche GbR-Gründung ist grundsätzlich keine notarielle Beurkundung vorgeschrieben. Eine notarielle Mitwirkung kann jedoch bei besonderen Rechtsgeschäften erforderlich werden. Für die Anmeldung einer eGbR zum Gesellschaftsregister ist eine notarielle Beglaubigung erforderlich.
Kann beglaubigt.de bei der GbR-Gründung helfen?
beglaubigt.de unterstützt bei der digitalen Vorbereitung und Organisation von GbR- und eGbR-Vorgängen sowie bei GmbH- und UG-Gründungen. Die gesetzlich erforderlichen notariellen Tätigkeiten werden durch unabhängige befugte Notarinnen oder Notare durchgeführt.
Quellenverzeichnis
§ 721 BGB – Persönliche Haftung der Gesellschafter
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__721.html
§ 721a BGB – Haftung des eintretenden Gesellschafters
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__721a.html
§ 728b BGB – Nachhaftung des ausgeschiedenen Gesellschafters
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__728b.html
§ 426 BGB – Ausgleichungspflicht bei Gesamtschuldnern
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__426.html
§ 720 BGB – Vertretung der Gesellschaft
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__720.html
§ 707 BGB – Anmeldung zum Gesellschaftsregister
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__707.html
§ 707b BGB – Entsprechende Anwendung des Handelsgesetzbuchs
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__707b.html
§ 12 HGB – Anmeldungen zur Eintragung und Einreichungen
https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__12.html
§ 13 GmbHG – Juristische Person und Haftung
https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__13.html
§ 5a GmbHG – Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html
§ 214 UmwG – Formwechsel einer eingetragenen Gesellschaft bürgerlichen Rechts
https://www.gesetze-im-internet.de/umwg_1995/__214.html
§ 224 UmwG – Haftung der Gesellschafter nach Formwechsel
https://www.gesetze-im-internet.de/umwg_1995/__224.html
Bundesnotarkammer – Unternehmensgründung
https://www.notar.de/themen/unternehmen/gruendung
beglaubigt.de – GmbH und UG gründen
https://beglaubigt.de/gruenden
beglaubigt.de – Geschäftsadresse
https://beglaubigt.de/geschaeftsadresse


