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Gründerstory

Wenn Sicherheit nicht billig sein darf: Wie SKALA Paramedics aus Chaos eine Premium-Dienstleistung gemacht hat

Kelly Ejiofor

1. Jul 2026

Eigentlich sollte es nur ein gewöhnlicher Einsatz werden. Stattdessen wurde er zum Auslöser für eine Unternehmensgründung.

Als der Gründer von SKALA Paramedics, Anthony M. Jurisch, damals für einen privaten Sanitätsdienst auf einer Veranstaltung arbeitete, fiel ihm auf, wie viel in der Branche über Improvisation lief. Fehlende Dokumentation. Prozesse, die niemand richtig kontrollierte. Material, das längst hätte ausgetauscht werden müssen. Gleichzeitig ging es um genau den Bereich, bei dem Fehler besonders teuer werden können: die Sicherheit von Menschen.

Viele hätten den Kopf geschüttelt und weitergemacht.

Er entschied sich, eine eigene Firma zu gründen.

Heute betreut SKALA Paramedics Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg, arbeitet vollständig digital und verfolgt einen Ansatz, der in der Branche noch immer ungewöhnlich ist: Nicht der günstigste Anbieter zu sein, sondern der verlässlichste.

Warum Veranstalter beim Sanitätsdienst oft nur auf den Preis schauen – und weshalb genau das zum Problem werden kann 

Sanitätsdienst bei Veranstaltungen ist eine Pflichtaufgabe. Für Veranstalter ist das kein Prestige-Thema, sondern eine Sicherheitsgrundlage. Und trotzdem läuft der Markt oft nach dem gleichen Muster: Hauptsache günstig, Hauptsache schnell, Hauptsache irgendwie erledigt.

Anthony M. Jurisch beschreibt einen Einsatz bei einem privaten Unternehmen, bei dem ihm genau das aufgefallen ist. Am Ende war für ihn klar, dass diese Branche besser funktionieren kann.

Aus dieser Haltung wurde ein Unternehmen, das nicht über den Preis überzeugen will, sondern über Qualität, Erreichbarkeit und saubere Abläufe. Denn in einer Branche, in der Fehler sicherheitsrelevant sind, ist billig selten die beste Idee.

Wie aus Schulfreunden, Rotkreuz-Kollegen und einer gemeinsamen Idee ein Gründerteam wurde 

SKALA Paramedics ist keine Ein-Mann-Geschichte.

Zwar kam der ursprüngliche Impuls von Anthony M. Jurisch selbst, doch schnell wurde klar, dass ein professioneller Sanitätsdienst mehr braucht als eine gute Idee. Heute wird das Unternehmen von drei Gründern aufgebaut, die sich schon lange kennen und jeweils unterschiedliche Stärken mitbringen.

Anthony M. Jurisch kennt Leon Marré noch aus der Schulzeit. Beide saßen bereits am Gymnasium gemeinsam im Unterricht und teilten früh denselben Antrieb: immer etwas machen, immer etwas aufbauen, immer das nächste Projekt im Blick haben. Heute verantwortet Leon Marré als Chief Financial Officer die Finanzen, das Backoffice und große Teile des Vertriebs.

Der dritte Mitgründer, Ivan Dimitrov, stammt aus dem Umfeld des Deutschen Roten Kreuzes. Dort lernten sich die beiden kennen. Mit seinem fachlichen Hintergrund im Management in der Gefahrenabwehr und seiner Erfahrung in der Gruppenführung sowie Koordination von Einsätzen  bringt er die operative und medizinische Expertise ins Unternehmen ein und verantwortet heute als COO die operativen Abläufe.

Die Rollenverteilung entstand dabei nicht nach langen Diskussionen oder Organigrammen. Jeder übernahm den Bereich, in dem er ohnehin bereits zuhause war.

„Es ist eigentlich ein perfektes Trio, um alle Bereiche mit abzudecken.“
— Anthony M. Jurisch, Gründer von SKALA Paramedics 

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum die Firma vergleichsweise schnell wachsen konnte. Während viele junge Unternehmen noch herausfinden müssen, wer welche Verantwortung übernimmt, war diese Frage bei SKALA Paramedics früh beantwortet.

Gemeinsam kümmern sich die drei heute um alles, was dazugehört: von Mitarbeitergewinnung über Kundenakquise bis zur Einsatzplanung. Und obwohl alle drei das Unternehmen aktuell noch neben ihren eigentlichen Haupttätigkeiten aufbauen, wirkt das Projekt längst nicht mehr wie ein Nebenprojekt.

Was SKALA Paramedics anders macht als klassische Sanitätsdienste auf Veranstaltungen 

SKALA Paramedics ist ein Sanitätsdienstleister für Veranstaltungen, der bewusst anders arbeiten will als viele klassische Anbieter. Der Fokus liegt auf Clubs, Tanzveranstaltungen und Events in Berlin und Brandenburg, später vielleicht auch darüber hinaus.

Das Besondere: Die Firma arbeitet digital. Einsätze werden dokumentiert, Protokolle werden über iPads geschrieben, Statistiken sauber erfasst. Veranstalter bekommen im Anschluss nachvollziehbare Daten darüber, was passiert ist, wie viele Patienten betreut wurden und ob jemand abtransportiert werden musste.

Dazu kommt die operative Verlässlichkeit: telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr, schnelle Angebote, klare Kommunikation. Das Ziel ist nicht irgendein Sanitätsdienst, sondern ein runder Ablauf, bei dem am Ende alle Seiten zufrieden sind.

Von den ersten Einsätzen bis zur UG: Die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen 

Die eigentliche Gründung begann Mitte 2024 als Projekt und entwickelte sich Schritt für Schritt weiter bis zur UG. Dazwischen lag vor allem eines: viel Unsicherheit.

Nicht die Frage, ob das fachlich funktioniert. Sondern die Frage, wie man das alles formal richtig aufsetzt. Gewerbeanmeldung, Finanzamt, Transparenzregister, Handelsregister – die klassische Gründung Bürokratie stand am Anfang wie eine große Wolke vor dem eigentlichen Geschäft.

Trotzdem ging es voran. Zu den Erfolgen zählt Anthony M. Jurisch nicht nur die formelle Entwicklung, sondern auch den Moment, in dem die Firma nicht mehr nur aus ihm selbst bestand. Die ersten Einsätze liefen mit Mitarbeitern, nicht mehr nur mit dem Gründer vor Ort.

„Das waren schon coole Ereignisse einfach.“
— Anthony M. Jurisch, Gründer von SKALA Paramedics 

Damit wurde aus einer Idee eine Struktur.

Wie beglaubigt.de die Gründung beschleunigte und eine große Unsicherheit aus dem Prozess nahm 

Beim Gründungsprozess war beglaubigt.de für SKALA Paramedics vor allem eines: Entlastung. Anthony M. Jurisch sagt offen, dass die Unsicherheit rund um die UG-Gründung lange im Raum stand. Zu viele offene Fragen, zu viele Dokumente, zu viele ungeklärte Schritte.

Dann kam die Entscheidung, es einfach anzugehen.

„Wir nehmen das Geld jetzt einfach in die Hand, schmeißen es rein und gucken, was passiert.“
— Anthony M. Jurisch, Gründer von SKALA Paramedics 

Was ihn überzeugt hat, war nicht nur die Abwicklung selbst, sondern das Gefühl, dass jemand die Komplexität aus dem Prozess nimmt. Gerade für ein Team, das ohnehin schon operativ stark gebunden ist, war das ein echter Unterschied. Die Gründung lief schnell, der Notartermin kam zeitnah, und auch die zusätzlichen Themen rund um Behörden und Anmeldung wurden sauber mitgedacht.

„Da hat man sich einfach aufgehoben gefühlt.“
— Anthony M. Jurisch, Gründer von SKALA Paramedics 

Die Vision hinter SKALA Paramedics: Mehr Standorte, größere Teams und langfristig sogar eigener Rettungsdienst 

Kurzfristig will SKALA Paramedics weiter wachsen: Das Team soll größer werden, die Abläufe stabiler, die Präsenz in Berlin noch stärker. Das Ziel für dieses Jahr ist ein Personalpool von rund 20 Leuten, um flexibel auf Veranstaltungen reagieren zu können.

Langfristig denkt der Gründer noch weiter. Mehr Standorte in Deutschland, mehr Netzwerk, vielleicht sogar irgendwann ein Schritt in den Rettungsdienstbereich.

Es ist eine Vision, die nicht nach großer Pose klingt, sondern nach jemandem, der seine Branche kennt und weiß, wo sie heute noch Lücken hat.

Was andere Gründer von SKALA Paramedics lernen können: Warum Motivation oft wichtiger ist als Startkapital 

Sein Rat ist erstaunlich bodenständig: Mehr ausprobieren, weniger warten. Viele unterschätzen, wie viel man mit den Mitteln tun kann, die man bereits hat. Nicht alles müsse mit großen Budgets beginnen. Viel wichtiger seien Motivation, Zeit und die Bereitschaft, einfach loszulegen.

Gerade in einer Branche wie dieser zählt das doppelt. Denn hier geht es nicht nur darum, etwas zu gründen. Sondern darum, Verantwortung ernst zu nehmen.

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