Tim Tille hatte seinen ersten Triathlon längst hinter sich. Lukas Nabbefeld stand noch mittendrin in der Vorbereitung auf seinen Ironman. Monate lang alleine trainiert, kein Trainingspartner, niemand, der mitzieht. Dabei wäre er nicht der Einzige gewesen, der zu dieser Zeit trainieren wollte. Er kannte nur niemanden, der in derselben Situation war wie er.

Tim kannte das Gefühl schon länger: im Schichtdienst, mal morgens frei, mal nachmittags, immer auf der Suche nach jemandem, der zur gleichen Zeit trainieren will.
Beide sportlich motiviert, beide gut vernetzt, und trotzdem beide mit dem selben Problem: Wer trainiert gerade in meiner Area, auf meinem Niveau?
Eine App gab es nicht. Also haben sie eine gebaut.
Das Problem, das jeder kennt von uns und niemand gelöst hat
Runclubs boomen. Group Rides füllen die Straßen. Paddle-Hallen sprießen. Sozialer Sport ist im Trend. Aber die Infrastruktur dazwischen fehlt: ein zentraler Ort, an dem spontane Trainings und offene Gruppen sichtbar werden, bevor sie wieder in WhatsApp-Chats verschwinden.
Wer in eine neue Stadt zieht, wer wegen des Jobs unregelmäßige Arbeitszeiten hat, wer einfach mal jemanden sucht, der denselben Long Run plant, schaut bisher ins Leere.
„Wir haben das Problem für uns selbst identifiziert", sagt Lukas. Das klingt vielleicht einfach, aber es ist genau das, was die Idee glaubwürdig macht.
Zwei Typen, die sich gerne selbst challengen
Tim und Lukas haben sich über den Sport kennengelernt und genau dieser Hintergrund prägt alles, was Circle Up ist. Ausdauer, Disziplin, die Fähigkeit, langfristige Ziele zu verfolgen.
Einen technischen Hintergrund brachte keiner von beiden mit. Doch das ist kein Hindernis, eher eine weitere Challenge.
Lukas beschreibt es so: Wer sich vornimmt, einen Ironman zu machen, obwohl er kaum schwimmen kann, hat einen anderen Blick auf scheinbar unmögliche Aufgaben. Tim war ähnlich aufgestellt.
„Man kann jede Idee irgendwie kaputt denken. Wenn du davon überzeugt bist, musst du es einfach machen." — Tim Tille
Was sie antreibt: Genau das, was sie selbst brauchen. Sie sind keine Gründer, die eine Marktlücke auf dem Papier gefunden haben. Sie sind Nutzer, die ihre eigene App gebaut haben und aktiv für sich nutzen.

Was Circle Up wirklich tut
Circle Up ist eine standortbasierte App, die Sport-Events und Trainingspartner in der Nähe anzeigt, ähnlich einem Google-Maps-Layer für gemeinsamen Sport. Wer morgens laufen will, lädt ein Event hoch. Wer jemanden auf der gleichen Pace sucht, findet ihn dort. Das gilt für Runclubs, Group Rides, Padel, BJJ Open Mats – und für alles, was sich zwischen Sport und echter Verbindung bewegt.
Bei der Anmeldung gibt man Sportart und eine grobe Selbsteinschätzung des Levels an. Kein Swipe-Mechanismus, kein Social-Media-Feed. Die App bringt Leute zusammen, die sonst allein trainiert hätten.
Einen besonderen Fokus legen Tim und Lukas auf den Women's-Only-Bereich: Events, die ausschließlich von weiblichen Profilen gesehen werden. Männliche Accounts sehen nur, dass ein solches Event existiert, keine weiteren Details.
300 User in wenigen Tagen. Fast ohne Marketing.
Die Idee entstand 2024. Die Entwicklung startete im August 2025. Im April 2026 war die App live.
Die ersten Reaktionen nach dem Launch haben gezeigt, was Tim und Lukas schon lange ahnten: Das Problem ist real, und andere haben es auch gespürt. Über 300 User in den ersten Tagen, ohne große Kampagne, nur über Instagram. Erste Events wurden erstellt, erste Gruppen haben sich gefunden.
Jetzt liegt der Fokus auf Wachstum und auf der kritischen Masse, von der eine solche Plattform erst richtig zum Leben erwacht.
Gründen von zwei verschiedenen Städten aus
Als es an die Firmengründung ging, war die Anforderung klar: Es musste online funktionieren. Lukas sitzt in Potsdam, Tim in Münster.
Den Hinweis auf beglaubigt.de bekam Tim über einen Unternehmer, den er bei einem Netzwerk-Event kennengelernt hatte. Als es dann ernst wurde, erinnerte er sich daran.
Der Prozess lief reibungslos, von der Einleitung bis zum Notartermin ohne große Wartezeit oder versteckte Überraschungen.
„Es lief eigentlich alles relativ reibungslos über die Bühne." — Lukas Nabbefeld

Vision: Von Deutschland in die Welt
Beide sind oft unterwegs, beruflich wie privat. Die Vorstellung, in einer fremden Stadt die App aufzumachen und sofort eine passende Gruppe zu finden, ist nicht nur das Produktversprechen von Circle Up, es ist der Grund, warum sie die App gebaut haben.
„Wir sehen das Ganze nicht so engmaschig auf Deutschland geknüpft. Wenn du nach Barcelona fliegst und Bock auf Sport hast, machst du Circle Up auf, siehst eine Gruppe zwei Meter vom Hotel und schließt dich einfach an." — Tim Tille
Wenn es richtig gut läuft: internationale Run Clubs, Paddle-Gruppen, Group Rides, Open Mats. Wenn es langsamer geht: erst Europa, dann weiter.
Ihr persönliches Erfolgskriterium hat nichts mit Umsatz zu tun: „Wenn wir Leute zum Sport bringen und motivieren können, sich gegenseitig anzutreiben, dann haben wir etwas Richtiges gemacht."
Du schließt dich an, lernst Leute kennen, machst Sport und lässt im besten Fall das Handy danach weg. Das ist der Kern. Und es ist eine Idee, die auf den ersten Blick paradox klingt: eine App, die dazu bringt, das Handy wegzulegen.
„Wenn man Leute wieder zum Sport verbindet und in die reale Welt zurückholt, weil gerade beim Sport sind das so die Momente, wo man nicht das Handy bei sich hat, sondern wieder Menschen connectet und in den Moment zurückgebracht wird." - Lukas Nabbefeld
Dass das keine leere Marketing-Formel ist, merkt man schnell. Tim und Lukas reden nicht darüber, eine App gebaut zu haben. Sie reden davon, ein Problem gelöst zu haben, ihr eigenes. Und sie sind überzeugt, dass sie damit nicht allein sind.
Rat an andere Gründer
Nicht zu viel nachdenken. Entscheidungen treffen und durchziehen. Und früher starten als man glaubt, bereit zu sein.
„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man kann jede Idee irgendwie kaputt denken. Wenn man davon überzeugt ist, muss man einfach machen." - Tim Tille und Lukas Nabbefeld
Keine große Strategie. Keine langen Planungsphasen. Entscheidungen treffen und durchziehen und wenn einer zweifelt, richtet der andere den Kompass wieder gerade.
Sport hat ihnen gelehrt, durchzuhalten. Das Gründen hat den Rest erledigt.
Kontakt und Links
Gründer und Geschäftsführer: Tim Tille und Lukas Nabbefeld
Website und app circle-up.de
LinkedIn circle-up


