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Gründerstory

Kein Investor, kein Mitgründer, kein Problem: Wie Levent der KI beibringt, wer du bist

Alina Hoinski

13. Apr 2026

Levent Valente kann nicht coden. Zumindest nicht so, wie Ingenieure coden. Und trotzdem sitzt er heute in Frankfurt, hat ein funktionierendes KI-Produkt gebaut, tausend Nutzer in zwei Wochen gewonnen, und sein bisher schnellstes Unternehmen gegründet. Ohne Investoren. Ohne Mitgründer. Ohne Studium.

Was er hat: acht Jahre Startup-Erfahrung, zwei befreundete Ingenieure im Coworking nebenan, und die Überzeugung, dass die Leute am Ende nicht interessiert, ob dein Button grün oder orange ist. Die wollen eine Lösung.

Er nennt es Mut zur Lücke. Andere würden es Vibe Coding nennen.

Aber beginnen wir von vorne.

Von der Autobranche zur Startup-Szene

Ursprünglich ist Levent Automobilkaufmann. Acht Jahre Vertrieb in verschiedenen Unternehmen, und dann, 2014, 2015, dieser Moment: Der Crowdfunding-Hype schwappt nach Deutschland, und plötzlich kann jeder für 500 Euro in Startups investieren. Für Levent ist das keine Trendmeldung, das ist eine Erkenntnis. Business Pläne entwickeln, Visionen mitgestalten, das ist sein Ding.

2017 macht er sich zum ersten Mal selbstständig. 2018 baut er einen Accelerator mit auf. Aus dem ersten gemeinsamen Projekt entsteht ein echtes Startup: Durch die Smartphone-Kamera optimieren sie die Prozesse von Gebäudemanagern. Vier Großkunden in kurzer Zeit, ein Team von vier Leuten, und Levent zum ersten Mal in der Rolle des CEOs. Dann kommt der erste Lockdown. Commercial Real Estate, Einkaufszentren, Coworking Spaces, alles schließt. Alles davon war ihre Zielgruppe.

Das Unternehmen muss 2020 schließen.

Was hängenbleibt, ist nicht die Niederlage, sondern die Leidenschaft. In den Jahren danach unterstützt Levent andere Gründerinnen und Gründer, mal über bezahlte Beratung, mal beim Kaffee, einfach in die richtige Richtung zu gehen. Zwei Jahre bei einem Berliner Venture Studio, über 55 Millionen Euro Assets under Management, Prozesse von der Idee bis zum Pre-Seed Investment. Startup-Nerd, wie er selbst sagt. Aber immer mit dem Gedanken im Hintergrund: Ich suche noch was Eigenes.

Das Problem, das er sieht

Irgendwann fällt Levent etwas auf. Das Suchverhalten ändert sich. Früher hat man bei Google eingegeben, wie gründe ich eine UG, und bekam fünf Links. Heute gibt man dieselbe Frage in ChatGPT oder Claude ein und bekommt eine Antwort. Keine Links, eine Empfehlung. Drei Lösungen am Markt, die beste für deinen Fall.

Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht nicht mehr, auf der ersten Google-Seite zu stehen. Die Frage ist, ob eine KI sie überhaupt erwähnt, wenn jemand nach ihrer Dienstleistung fragt. Und die meisten Unternehmen wissen es schlicht nicht. Sie haben kein Bild davon, was Perplexity, Gemini oder Claude über sie denkt.

Genau das ist der Schmerz, den Webblitz AI adressiert.

Was Webblitz AI wirklich macht

Levent hat Webblitz AI nicht aus einer perfekten Idee heraus entwickelt. Er hat einen rohen Prototyp gebaut, ihn gelauncht, und dabei ein Startup-Credo beherzigt, das er selbst zitiert: Wenn du dich für deinen ersten Launch nicht schämst, war er nicht schnell genug. Der Prototyp analysierte Webseiten und gab ein Ranking dafür, wie gut ein KI-Agent sie lesen kann. Hinter dem Sign-up war kein Produkt. Zwei LinkedIn-Posts, zwei Wochen, 1.000 Nutzer.

Daraus wurde Webblitz AI, heute das Kernprodukt der Raw Response Labs UG. Das Tool hilft Unternehmen dabei, Themencluster rund um ihre Marke aufzubauen, automatisch Prompts zu generieren und diese dann gegen Perplexity, Claude, Gemini und andere zu tracken. Das Ergebnis ist eine Bestandsaufnahme: Wie sichtbar sind wir in KI-Antworten, und zu welchen Themen werden wir empfohlen?

„Wenn du nicht erwähnt wirst, bist du nicht da. Dann geht es nicht darum, den Link zu suchen, sondern wurdest du erwähnt oder nicht." – Levent Valente

Das Besondere: Levent verkauft nicht einfach Software. Er verkauft eine Transformation. Neben der Self-Serve-Plattform begleitet er Unternehmen über 90 Tage, erklärt, was die Daten bedeuten, und baut interne Kompetenz auf. Von der Robotics-Reparaturfirma für Autowerke bis zum Beauty-Produkthersteller mit mehr als 10 Marken sitzen seine Kunden alle im selben Boot: Sie wollen verstehen, nicht nur tracken.

Gründen mit beglaubigt.de: ein Experiment, das aufging

Levent kommt aus einer Welt, in der Unternehmensgründungen aufwändig sind. Zwischen eigenen Startups, Accelerator-Aufbau und zwei Jahren im Venture Studio hat er dutzende Gründungsprozesse von innen erlebt und saß dabei regelmäßig selbst beim Notar.

Dass das auch anders geht, hätte er nicht erwartet.

„Ich habe vorher über fünfmal selbst beim Notar gesessen. Dass man das online machen kann, mit dem deutschen Perso digital signieren, und das unter sieben Tagen, das kenne ich einfach nicht." – Levent Valente

Die Raw Response Labs UG wurde über beglaubigt.de gegründet. Von der Aushandlung der Standardsatzung bis zum abgeschlossenen Notartermin hat Levent alles über die Plattform abgewickelt. Während er in Frankfurt sitzt, gründet er in Berlin. Für jemanden, der weiß, wie lange Gründungen sonst dauern, ist das kein Nice-to-have, das ist ein Mentalitätswechsel.

Vision: von der Software zur AI-native Agentur

Levent sieht Webblitz AI nicht als klassisches SaaS-Produkt. Die Richtung, die er einschlägt, ist die einer AI-native Agentur, die Ergebnisse liefert, nicht Oberflächen. Sein Zielbild für die nächsten Monate: Unternehmen bekommen ihre KI-Sichtbarkeits-Insights automatisch aufbereitet, direkt zu ihrem Monday-Morning-Meeting, präsentiert von einem KI-nativen GEO-Experten. Keine manuellen Dashboards, keine wöchentliche Login-Pflicht. 

„Ich sehe uns als AI-native Agentur, die nicht wie eine Software als Service auftritt, sondern wie ein Results as a Service Business." – Levent Valente

Er bootstrappt, aber nicht aus Ideologie. Es ist schlicht der neue Modus. Mit KI-gestützter Entwicklung sind die Kosten, ein funktionierendes Produkt zu bauen, so niedrig wie nie. Was zählt, ist nicht wer investiert hat, sondern ob das Produkt überzeugt. Founder Mode, wie es in der Szene heißt: nah am Kunden, nah am Produkt, schnelle Entscheidungswege.

Den finanziellen Ramp-up für Webblitz AI hat Levent sich selbst erarbeitet. Sein Hauptkunde war eine Tech-Firma aus Palo Alto, die ihr Kernprodukt mit KI ausstatten wollte. Diese Einnahmen haben ihm den Spielraum gegeben, sein eigenes Tool zu entwickeln, ohne externen Druck auf die Roadmap. Sein erstes Startup ist 2020 durch die Pandemie nicht durchgekommen. Eine Erfahrung, die ihn gelehrt hat, lean zu bleiben und nur die Komplexität ins Unternehmen zu holen, die dem Produkt dient.


Rat an andere Gründer

Wer von Levent einen generischen Tipp erwartet, wird enttäuscht. Was er mitgibt, ist konkret und kommt aus echten Erfahrungen:

„Legt los. Ihr könnt auf alles warten, auf den richtigen Moment, der kommt nie. Fliegt auf die Fresse, steht wieder auf. Das ist nicht das Lebensende." – Levent Valente

Und ein zweiter Gedanke, noch ehrlicher: Seid euch nicht zu schade für einen Nebenjob, wenn das Cash zu kurz wird. Sei es als Barista oder mit einer Nachtschicht im Hotel, wo eh keiner kommt. Wer das Infinite Game spielt, wie er Simon Sineks Buch zitiert, denkt nicht in Sprints, sondern in Jahren. Und wer in Jahren denkt, braucht keinen perfekten Start. Er braucht einen.

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